Wenn ich mich kurz vorstellen darf: Mein Name ist Emmi und ich bin ein Hund. Sie finden schreibende Hunde albern? Ich auch! Aber Herrchen hat gesagt, ich könne ihm ruhig mal etwas Arbeit abnehmen und den Otterndorf-Artikel selber texten. Schließlich sei ich ja ebenso dort gewesen und könne aus ganz neuen Perspektiven berichten. Und sowieso solle ich mehr für meine Selbstverwirklichung tun, sagt Herrchen. Und: Anstatt mich den ganzen Tag auf dem Sofa zu rekeln, könne ich es doch mal mit Handarbeiten versuchen oder eben dem Schreiben! Geht’s noch? Manchmal regen mich diese Menschen wirklich auf! Erstens bin ich im Besitze eines Stammbaumes und lasse mir als Adelige vom Personal bestimmt nicht sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. Und zweitens bin ich schon genügend damit beschäftigt, ständig diese dämliche Katze verjagen zu müssen, welche sich tagtäglich erdreistet, durch meinen Garten zu latschen. Aber bitte: Des lieben Friedens wegen berichte ich nun von unserem sensationellen Ausflug nach Otterndorf an der Elbe. Jedoch nur unter Protest!
Fähren-Frühstück: Bockwurst und Pott Kaffee
Ich hatte schon am frühen Morgen geahnt, dass Herrchen sich mal wieder auf die Socken machen will. Kaum hatte ich die Augen geöffnet, ich wollte mich gerade nochmal umdrehen, da bekam ich auch schon das Halsband über den Kopf gestreift. Grundsätzlich hätte man mich mal fragen können, ob ich überhaupt mitkommen möchte, finde ich. Eine Unverschämtheit! Mir blieb gerade noch die Zeit für einen kleinen Snack, da wurde ich auch schon vor die Tür gezerrt. Wenig später saßen ich und Herrchen auch schon im Inneren der Fähre, die uns an das andere Elbufer brachte. Wie immer futterten die Menschen an Bord Bockwürstchen über Bockwürstchen, so dass ich fast den Verstand verlor. Sie bekamen sie aus einer Luke heraus gereicht, aus der es zum Sterben gut duftete. Ich betete still vor mich hin, dass doch bitte ein Zipfelchen Bockwurst in Reichweite auf den Boden fallen möge. Und dieses Mal hatte ich tatsächlich Glück: Herrchen gab mir ein mundgerechtes Stückchen ab und nahm mich dann auf den Schoß. Endlich konnte ich nochmal ein Auge zumachen und die heute Morgen ausgefallene Kuschel-Session nachholen. Vielleicht würde der Ausflug ja doch noch ganz nett werden …
Otterndorf: Altstadt und Seeluft
Nachdem wir die Fähre wieder verlassen hatten, ging es mit der vierrädrigen Klapperkiste weiter Richtung Otterndorf. Zwischendurch nuschelte Herrchen Dinge wie: „Guck mal Emmi, sieht das nicht fein aus mit all´ den bunten Blättern?“ Ja, prima, dachte ich mir. Man sieht ja auch soviel, wenn man brutal festgeschnallt und mit 32 Zentimetern Schulterhöhe gerade mal über das Armaturenbrett blinzeln kann! Schließlich hatten wir unser Ziel erreicht und Herrchen freute sich schon darauf, frische „Seeluft“ zu tanken. „Freust du dich auch?“, fragte Herrchen und beugte sich grinsend zu mir herunter. Ich hatte keine Ahnung, was wir hier überhaupt wollten, aber wedelte einfach mal heftig mit dem Schwanz und sprang im Dreieck. Das kommt immer ganz gut an. Wir bummelten dann durch die Altstadt von Otterndorf. Ganz hübsche Buden haben die hier stehen. In den warmen Stuben eines dieser uralten Häuser würde ich mich als Hündin von Welt auch wohlfühlen. Vor allen Dingen gab es für mich jede Menge Neues zu erschnüffeln und so allmählich begann mir der Ausflug wirklich Spaß zu machen!
Wo Nordsee und Elbe Hochzeit feiern
Ich wäre ja gerne noch in der Stadt geblieben und hätte mich mit Herrchen in ein gemütliches Café gesetzt, aber er wollte unbedingt ans Wasser. Dafür mussten wir wieder in die Klapperkiste steigen und ein Stückchen fahren. Mein lieber Onkel Otto! Schweinekalt war´s am Fluss und der eisige Wind pfiff mir durch mein feines Fell. Herrchen aber fand´s toll und steckte seine Nase ständig in die Luft. „Riech mal, Emmi!“, frohlockte er: „Salzluft!“. So nett die Luft und der Ausblick auf die Elbmündung auch gewesen sein mögen: Mir war kalt und ich wollte wieder nach Hause! Also begann ich einfach mal ein paar der vorbeiwackelnden Golden Retriever und Yorkshire Terrier lauthals anzubellen – das hilft immer! „Mit dir kann man aber auch nirgendwo hingehen!“, schimpfte Herrchen und zog mit mir von dannen. Nicht jedoch, ohne vorher noch Halt an der Pommesbude hinterm Deich gemacht zu haben. Ein halbes, von Salz und Ketchup freigelutschtes Stäbchen, bekam ich sogar ab. Zu Hause gibtes sowas Leckeres nie: Schon aus diesem Grunde stehe ich Herrchen als Begleiterin für den nächsten Ausflug selbstverständlich ohne Einschränkung zur Verfügung!
Fazit: Ein Stückchen Bockwurst, ein halbes Pommes-Frites-Stäbchen und auf der Rückfahrt noch ein Zwischenstopp bei Oma und Opa mit Vollverpflegung und Extra-Leckerlis: Otterndorf ist immer eine Reise wert!
Herzlichst, Ihr Fräulein Emmi
Das Nordseebad Otterndorf liegt an der Elbmündung nahe Cuxhaven (Niedersachsen). Die Altstadt ist äußerst sehenswert und an der hier in die Nordsee übergehenden Elbe ist der Unterschied zwischen Fluss und Meer kaum noch wahrnehmbar. Wer aus der Umgebung von Hamburg kommt und für einen Tag Seeluft schnuppern möchte, für den ist Otterndorf ein empfehlenswertes Ziel. Langzeiturlauber, besonders Familien, finden in der kleinen Stadt am Meer ein vielfältiges Angebot an Ferienhäusern und Freizeitangeboten. Weitere Infos finden Sie auf: www.otterndorf.de.
Fotos: deutschlandreisen360°





